Das flexible Interview und die Methode "Empathie und Verstehen"

Schlagzeilen

Rivista l'emozione di conoscere

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Prof. Nicola Cuomo, Università di Bologna (Nachruf)

Prof. Nicola Cuomo (1946-2016), Dott.ssa Alice Imola (Foto S. Meyer, 2011) Zeitschrift "Menschen" (vormals "behinderte menschen" 3/2019

X-Fragile Il filo di Arianna

Tryphon, Vonèche (ed.) (1996). Piaget-Vygotskij. La genesi sociale del pensiero.

 

Kurzportrait

Das Methodenkonzept "Empathie und Verstehen" ist die Übersetzung des systemischen und interdisziplinären Inklusionskonzepts "l'emozione di conoscere e il desiderio di esistere" von Nicola Cuomo (1946-2016). Während rund vier Jahrzehnten wurde es an der Universität Bologna entwickelt, erforscht und differenziert. Dabei konnten Handlungsmodelle entwickelt werden, mit denen Behinderungen verstanden und überwunden werden können. Die Defizitorientierung arbeitet mit Begriffen wie Trisomie 21, geistige Behinderung, Autismus, Fragiles-X-Syndrom, Lernstörung, Verhaltensstörung, Blindheit, Taubheit, u.v.a. Die Logik dieser Begriffe schlägt permanent Defizite vor, welche den Vorurteilen «Natürlichkeit» verleihen. Cuomos Methode erreichte internationalen Ruf. Zwei kurze Artikel leiten in die Vita des Inklusionsforschers ein. Das Konzept basiert auf wenigen strategischen Prinzipien:

1. Progetto di vita (globale Perspektive, mit den Eltern als Kerngruppe), das heisst, dass die Pädagogik und deren Massnahmen ausgehend von der Bedeutsamkeit für das Leben untersucht werden, einem Leben, das die Person autonom, sozialisiert und kompetent gestsalten darf.

2. Kontext zuerst, d.h. Inklusion gelingt nur, wenn der Kontext zuerst erforscht und verändert wird (Familiensystem, Schule und Lehrsystem, Werkplätze, Freizeit).

3. Ressourcen zuerst, d.h.Defizite werden i.d.R. zur Begründung von summativen Diagnosen verwendet; die Förderung von Inklusion baut rigoros auf Ressourcen, auch emotional und relational.

4. Die Indikatoren der Inklusion sind in der progressiven Entwicklung von Autonomie, Sozialisation und Kompetenz beobachtbar.

5. Für die Gestaltung inklusiver Prozesse braucht es Handlungsmodelle (piste di lavoro, Projekte sowie empathisch-relationale Kompetenzen).

6. Kontrolle und Qualitätsentwicklung werden mittels Supervision und der mehrperspektivischen Aktionsforschung (vgl. Bruce & Pine, 2010) realisiert.

Das Methodenkonzept "Empathie und Verstehen" (Nicola Cuomo, 2011; deutsche Version)

Die Pfeiler und Strategien von "Empathie und Verstehen" wurden von Cuomo (1989; vgl. Schöler, 2019; Imola et al., 2019; Meyer, 2019) in Fallstudien konkretisiert und in Fallportraits dargestellt. Diese Fallportraits (vgl. Lawrence-Lightfoot & Hoffmann Davis, 2002) verdeutlichen, wie inklusive Pädagogik als systemische Wissenschaft vorgeht und wie sie begründet wird. In Anlehnung an eine Metapher von Wygotski (1986, S. 359) kann gefolgert werden, dass sich im Wort dieser Fallstudien das systemische Bewusstsein spiegelt "wie die Sonne in einem Wassertropfen. Das Wort verhält sich zum Bewusstsein wie die kleine Welt zur grossen, wie die lebende Zelle zum Organismus, wie das Atom zum Kosmos. Das sinnvolle Wort ist der Mikrokosmos des Bewusstseins (ebd., S. 359).

In den ersten Gesprächen mit Familien und Pädagoginnen werden das Können der Person mit Defizit und die Erziehungsstile im Sinn einer systemischen Ethnografie untersucht, siehe Begleittext "Analysatoren". siehe Arbeitsvorlage "Analysatoren". Die Arbeit im Kosmos kommt in Bewegung.

Stäbe werfen: Ein Spiel der Apachen, selbst erfundene Spielanordnung

Foto: Silvia Fallani (2011)

 

 

 

Im Wahlmodul 237 vom 12. März 2021 (HfH) können Sie diese Methode kennen lernen.

Masterarbeiten auf der Basis von "Empathie und Verstehen":

 

 

 

"Ich werd's versuchen". Dokumentarfilm von Susana Pilgrim über Luigi Fantinelli, Universität Bologna, der sich als Erasmus-Student nach Murcia, Spanien, begab.

Ci provo, documentario di Susana Pilgrim Prof. Nicola Cuomo, Luigi Fantinelli

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